Geburtstrauma verarbeiten – Tag 14

Wenn Trauer nach der Geburt bleibt

Werdende Mütter können in heutiger Zeit viele Möglichkeiten nutzen sich auf die Geburt vorzubereiten. Es gibt Mütter, die sich gar nicht groß mit Vorbereitung auseinandersetzen und Mütter, die sich sehr damit beschäftigen, wie sie das Geburtserleben möglichst positiv gestalten können. Beide Wege haben nichts Verkehrtes. Dennoch erhalten Mütter, denen es nach der Geburt nicht so gut geht, manchmal entweder Rückmeldungen wie „du hättest mal nicht so hohe Erwartungen haben dürfen – oder sie plagen sich mit Selbstvorwürfen und dem Gedanken sich nicht besser vorbereitet zu haben…Häufig kämpfen Frauen in der AS-Geburtsnachsorge mit diesen Konzepten.

Trauer ist der Verlust von etwas. Trauer kann vielschichtig sein und aus unterschiedlichsten Ursachen entstehen. Genauso wie auch die Angst oder die Wut. Auf diese Zusammenhänge gehe ich ausführlicher in meinem Buch „Über die Liebe“ ein.

Trauer darüber, wie es war.
Trauer darüber, wie es nicht war.
Trauer darüber, was verloren gegangen ist.

Und das kann vieles betreffen.

Den eigenen Körper.
Das Vertrauen in sich selbst.
Die Vorstellung von Geburt.
Das Gefühl, verbunden gewesen zu sein.
Trauer, nicht wertschätzend behandelt worden zu sein.
Die Trauer darüber, dass man eigene Grenzen nicht wahren konnte.

Und diese Trauer ist nicht immer laut und sie zeigt sich oft nicht sofort, sondern sie liegt eher darunter und begleitet den Alltag und zieht sich durch Momente, die eigentlich schön sein sollten.

Und während das Baby da ist und alles weitergeht, bleibt dieses Gefühl und es ist schwer, es einzuordnen, weil doch gleichzeitig auch etwas wunderbares in ihr Leben getreten ist.

Und genau das macht es für viele Frauen so verwirrend.

Und dann wird im Außen oft versucht, diese Trauer leichter zu machen und es wird auf das geschaut, was gut ist und was gelungen ist und was jetzt zählt.

Gleichzeitig bleibt sie bestehen. Denn diese Trauer gehört zu etwas, das erlebt wurde, das in dieser Form noch nicht integriert werden konnte.

Und wenn sie keinen Raum bekommt, kann sie sich auch verändern.

Sie wird leiser, schwerer und weniger greifbar.

Sie kann sich mit der Zeit ausbreiten in eine Müdigkeit, in eine innere Leere und ein Gefühl von Rückzug.

Wenn sich das, was darunter liegt, lösen kann, kann sich auch dieses Gefühl wieder verändern. Es kann wieder Bewegung und Lebendigkeit gespürt werden. Die eigene innere Kraft kann jetzt wieder in selbstwirksamen Handlungen, die Spirale ins Positive antreten.

Diskutieren Sie gerne mit mir darüber. Hier in den Kommentaren.

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