Abwesende Mütter nach der Geburt
Du siehst eine Mutter mit ihrem Neugeborenen. Sie ist da und sie versorgt es und sie kümmert sich und von außen wirkt vieles ganz normal.
Doch gleichzeitig ist sie innerlich nicht ganz anwesend, sie scheint unruhig, schneller reizbar, schneller überfordert und nicht richtig angekommen, obwohl sie doch eigentlich genau das möchte und ihre Bemühungen wirklich erkennbar sind.

Vielleicht sitzt sie da und hält ihr Kind im Arm und schaut es an. Doch es ist, als ob sie hindurchschaut. Oder sie hat ihr Neugeborenes im Arm, ist aber mit ganz anderen Sachen beschäftigt. Zum Teil ist das natürlich völlig legitim.
Auffällig wird es, wenn die kurzen Momente bleiben und ihr Blick im Wesentlichen woanders weilt, weiter weg, als würde etwas sie immer wieder herausziehen: die Erledigung von Aufgaben, die Organisation von Tagesabläufen…
Als Fachkraft kann sich dann die Frage stellen, ob das ein Teil ihrer Persönlichkeit ist oder ob es mit dem zusammenhängt, was sie erlebt hat?
Ist dir dieser Gedanke schonmal begegnet?
Häufig verschiebt sich der Blick eher in Richtung Persönlichkeit und es entsteht ein inneres Bild von „so ist sie eben“. Diese Mutter hat wohl die Charaktereigenschaften unruhig zu sein, eher depressiv, entscheidungsschwer, nicht ganz präsent, nicht in ihrer vollen Liebesfähigkeit und Fürsorge… und … Wenn Mütter sich nicht in ihrer Mitte fühlen, wird dies häufig als ein Aspekt gewertet, für den Unterstützung notwendig sein könnte.
Doch fehlende Präsenz nach der Geburt kann eine Folge fehlender Präsenz im Geburtsprozess sein, die noch nicht wieder hergestellt ist. Deshalb ist es wichtig, eine mögliche Ursache zu beleuchten. Dabei geht es nicht darum, der Mutter eine Traumatherapie anzuraten (siehe dazu auch mein Post von Tag 8) – sondern der Möglichkeit, ob einer belastenden Geburtserfahrung, die umfassender und nachhaltiger Integration bedarf, Raum und Richtung zu geben.
So kann Präsenz und innere Stabilität zurückgewonnen werden. Die natürliche Selbstregulation der Mutter kann wieder beginnen und kann gleichzeitig dazu führen, dass auch ihr Kind sich wieder selbst regulieren kann.
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📍 Spanien (20.–29. Mai) oder online ab 5. Juni 2026
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